Internationaler Markt

Die Bevorratung der Hauptprodukte des Ölmarkts in den USA, Rohöl, Diesel, Heizöl und Benzin, ist wie schon in der Vorwoche gesunken. Gesunken ist auch die Nachfrage nach diesen Produkten. Sie liegt heute unter den Vergleichswerten der beiden Vorjahre. Gestiegen sind indes die Ölimporte, während die Rohölproduktion und die Produktion von Ölprodukten nahezu unverändert gegenüber der Vorwoche geblieben sind.

Die Zahlen der beiden berichtenden Institutionen, US-Energieministerium (DOE) und American Petroleum Institute (API), zur wöchentlichen Veränderung der Hauptprodukte des Ölmarkts in den USA sehen wie folgt aus:

Rohöl: -3,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,6 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,3 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,3 Mio. Barrel (API)

In Summe ermittelte das DOE einen Abbau von 4,8 Mio. Barrel. Das API errechnete sogar ein Minus von 9,2 Mio. Barrel. Das sind wahrlich bullische Werte. An den Börsen wurden sie aber nicht mit der erwartbaren Härte gehandelt. Das liegt einerseits am zeitlichen Ablauf ihrer Meldungen. Das weniger beachtete API legte seine Zahlen bereits Dienstagabend vor. Die Ölnotierungen reagierten darauf tatsächlich mit überschaubaren Gewinnen. Als das DOE 18 Stunden später folgte, war das Publikum bereits vorgewarnt und konnte die besser als erwartet dargestellte Situation würdigen. Außerdem bilden die vielbeachteten Hauptprodukte nicht die ganze Wahrheit des Ölmarkts ab. Wie schon in der Vorwoche gab das DOE für die Vielfalt aller Ölprodukte einschließlich der Spezialöle einen beachtlichen Aufbau der Vorräte von 3,2 Mio. Barrel bekannt, so dass es keinen Grund mehr gab, über die bereits eingepreisten Gewinne hinauszugehen.

Heute konzentrieren sich die Marktteilnehmer wieder auf den üblichen Irrsinn dieser Tage, Sanktionen, Strafzölle, Waffengänge und deren Beendigung. Exponierter Taktgeber an den Ölbörsen ist das Weiße Haus. Das Zusammenwirken von anhaltendem Druck auf den Iran und Venezuela sowie neu angekündigte Strafzölle auf Autoimporte halten die Unsicherheit an den Märkten hoch. Gleichwohl sind es diese widersprüchlichem Umstände, die die Ölpreise einigermaßen stabil halten.

Einige Unternehmen beginnen bereits, ihre Handelsbeziehungen anzupassen und Ölimporte aus Venezuela zu stoppen. Es ist aber alles andere als sicher, dass der Ausschluss venezolanischen Rohöls den aktuelle Preisanstieg weiterhin befördern wird. Handelskonflikte und politische Unsicherheiten dürften die weltweite Nachfrage nach Öl mittelfristig dämpfen.

Besonders im Fokus stehen die möglichen Folgen der Autozölle in den USA. Steigende Autopreise könnten zu einem Rückgang der Verkaufszahlen führen und damit auch den Verbrauch von Kraftstoffen senken. Andererseits könnte eine gebremste Nachfrage nach Neuwagen auch den Übergang zu energieeffizienteren oder alternativen Antriebstechnologien verlangsamen, was wiederum die Nachfrage nach herkömmlichen Kraftstoffen stützen würde.

Unsicherheiten, die gestern mit Datenexplosion und alternativen Fakten begründet wurden, werden heute auf politische Maßnahmen der USA zurückgeführt. Die daraus resultierende Ratlosigkeit ist die gleiche. Heute Morgen führt sie zu rasant fallenden Ölnotieren an den Börsen. Charttechnisch passt sie ins Schema, wie man hier sehen kann.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 69,49 Dollar und das Barrel Brent zu 73,60 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 676,50 Dollar. Der US-Dollar kostet aktuell 0,9285 Euro. Damit kostet der Euro 1,0767 Dollar.

Nationaler Markt

Nach einem deutlichen Anstieg halten die Heizölpreise nun inne, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Das geschieht in der Nähe der oberen Begrenzung des Trendkanals der kurzfristigen Zeitansicht. Man könnte an die Umkehr der Richtung glauben, sollte diese aber auf keinen Fall als eine Art Zwangsführung missinterpretieren. Wir sehen nur das Ergebnisse einer großen Unsicherheit, die in diesem Moment wieder eine bärische Note bekommt, und wir sehen noch intakte Trendkanäle, die in allen für den Kauf relevanten Zeitbereichen abwärts weisen, in der 3-Monats-Ansicht steil, in der 6-Monats-Ansicht solide und in der 12-Monats-Ansicht schwach.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Preisentwicklung ist die Heizölnachfrage im Binnenmarkt zurückgegangen. Gleiches gilt für die Hoffnung auf tiefere Preise. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf mittlerem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem durchschnittlichen Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Heizöl könnte morgen günstiger sein als heute: Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

Quelle: esyoil